Knochenmangel steht einer erfolgreichen Implantatbehandlung heute nicht mehr im Weg. Moderne chirurgische Verfahren – Knochenaufbau, Sinuslift sowie durchmesserreduzierte oder kurze Implantate – gleichen fehlenden Knochen aus und erzielen in den meisten Fällen hohe Erfolgsraten. In den ersten sechs Monaten nach einer Zahnentfernung kann der Kieferkamm horizontal um etwa 29–63 Prozent und vertikal um 11–22 Prozent schrumpfen; eine rechtzeitige Behandlung ist daher für optimale funktionelle und ästhetische Ergebnisse entscheidend.
Liegt die Restknochenhöhe im hinteren Oberkiefer unter 5 mm, stellt ein Sinuslift die Höhe wieder her – bei Implantat-Überlebensraten um 98 Prozent. Bei horizontalen Defiziten erreichen Augmentationstechniken (GBR, Kieferkammspreizung oder Onlay-Transplantate) Sechs-Jahres-Überlebensraten von über 99 Prozent, statistisch gleichwertig mit Implantaten ohne Knochenaufbau. Durchmesserreduzierte Titan-Zirkonium-Implantate (3,3 mm) zeigen Fünf-Jahres-Erfolgsraten zwischen 96 und 100 Prozent und machen einen Knochenaufbau oft überflüssig.
Ebenso schneiden „kurze“ Implantate unter 10 mm vergleichbar ab wie Implantate in Standardlänge in aufgebautem Knochen. Rauchen schädigt das Gewebe um das Implantat und erhöht das Risiko eines Misserfolgs; wer mindestens zwei Wochen vor dem Eingriff aufhört und während der Heilung rauchfrei bleibt, kann die Genesung um etwa 70 Prozent beschleunigen. In den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff sollten Sie nicht ausspucken und nicht kräftig spülen, um das Blutgerinnsel zu erhalten; ab dem zweiten Tag fördern sanfte Spülungen mit warmem Salzwasser und der Verzicht auf anstrengenden Sport die Heilung.
Kurz gesagt: Mit der richtigen Operationstechnik, dem passenden Knochenersatzmaterial oder der Wahl schmaler bzw. kurzer Implantate lassen sich auch bei unzureichendem Knochenvolumen hohe Erfolgsraten erzielen.